Das Projekt

Einleitung

Das Münsterland ist eine Region in NRW, die stark durch ‚Viehveredelung und Ackerbau geprägt ist. Aufgrund der landwirtschaftlichen Prägung wurden in den vergangenen Jahren viele Biogasanlagen gebaut. In ganz NRW wurden im Jahr 2015 sechshundertzwanzig Biogasanlagen betrieben, ungefähr zweihundert davon stehen im Münsterland. Die Anlagen im Umland Münsters basieren aufgrund ihres unterschiedlichen Alters und weiterer Gegebenheiten auf verschiedensten Konzepten, die die Übertragbarkeit der Ergebnisse der Untersuchung im Vergleich zu anderen Regionen maximieren und sich daher ein Vergleich der Anlagen aus dem Münsterland anbietet.


An der FH-Münster ist aus diesem Grund im Januar 2016 das Projekt „Biogasbenchmark Münsterland“ gestartet. Dieses Vorhaben wurde aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

In dem Projekt werden Biogasanlagen im Münsterland von Mitarbeitern der Forschergruppe um Prof. Dr.-Ing. Wetter und Dr.-Ing. Elmar Brügging besucht und untersucht. Ziel des Projektes ist es die Biogasanlagen des Münsterlandes zu vergleichen und die besten Konzepte zu identifizieren. Am Ende des Projektes soll auf dieser Basis eine Handreichung mit einem Leitfaden zur Potenzialerschließung entwickelt und veröffentlicht werden.

Die Ergebnisse dieses Projektes dienen allen Betreibern im Münsterland und darüber hinaus als Orientierung zur Optimierung ihrer Anlagenkonzepte. Besonders die Betreiber, deren Anlagen nicht oder nur in geringen Maßen wirtschaftlich betrieben werden, können aus den Ergebnissen des Projektes profitieren, da sie auf sinnvolle Investitionen aufmerksam gemacht werden. Auch Veränderungen in der Betriebsweise können die Wirtschaftlichkeit verbessern.

Den Aktuellen Flyer zu unserem Projekt zum Herunterladen und Ausdrucken finden Sie hier.

Das Projekt

In dem Projekt Biogasbenchmark sollen konkrete Hinweise für die Steigerung der technischen, ökonomischen und ökologischen Effizienz der Biogasanlagen im Münsterland durch einen Vergleich der bestehenden Anlagen ermittelt werden. Der Vergleich der Anlagen im Münsterland bietet sich an, da im Münsterland über 200 landwirtschaftliche Biogasanlagen in allen Größenordnungen betrieben werden. Trotz der unterschiedlichen Größenordnungen scheint eine Vergleichbarkeit der Anlagen gegeben zu sein, weil sich die Ausgangslagen durch die im Münsterland stark auf Viehveredelung ausgerichtete Landwirtschaft ähneln. Ein wesentlicher Unterschied zwischen den Anlagen besteht in den Wärmekonzepten. Die Wärmekonzepte liefern einen wesentlichen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit der Biogasanlagen. Besonders die Anlagen, die in den ersten Jahren des EEG errichtet wurden verfügen teilweise über kein Wärmekonzept und können daher nach dem Auslaufen der Förderung durch das EEG kaum noch wirtschaftlich betrieben werden.

Das Projekt wird dabei in vier Arbeitspakete gegliedert. Die Datenerfassung und die Datenauswertung, die parallel ablaufen, die detaillierte Betrachtung der besten zehn Anlagen und schließlich die Erstellung einer Handlungsempfehlung auf Grundlage der Projektergebnisse.

Aufbauend auf bereits vorhandenen Daten wird ein Benchmark mit möglichst allen Biogasanlagen im Münsterland aufgebaut, wodurch erstmals eine Vergleichsmöglichkeit für jede einzelne Anlage mit dem gesamten Bestand entsteht. Hierfür werden vergleichbare technische, wirtschaftliche und konzeptionelle Kennwerte erfasst und ausgewertet. Dies beinhaltet die Ermittlung der eingesetzten Technologien, der Wirkungsgrade und der Nutzungskonzepte sowie der betriebswirtschaftlichen Daten. Dabei kann jede Anlage in ein Ranking eingeordnet werden. Das Ranking ermöglicht die Identifikation von Optimierungspotenzialen.

Die zehn besten Anlagenkonzepte werden intensiver untersucht, die Erfolgskriterien ermittelt und den Biogasanlagenbetreibern im Münsterland anonymisiert zur Verfügung gestellt. Als Folge des Projektes können sie Erfolgskriterien umsetzen und den Anlagenbetrieb wirtschaftlich erfolgreicher gestalten. Ein Schwerpunkt bei der Erfassung der Biogasanlagen wird auf den Wärmenutzungsgrad und den daraus resultierenden Potenzialen, die für eine dezentrale Energieversorgung zur Verfügung stehen, gelegt. So sollen auch Erfahrungen bei der Umsetzung von guten Wärmenutzungskonzepten und technischen Innovationen in diesem Bereich aufgenommen werden.

Die Ergebnisse aller Arbeitspakete werden in einer anonymisierten Handlungsempfehlung incl. eines Maßnahmenkataloges zusammengefasst, der auch Aussagen über die Umsetzbarkeit beinhaltet. Die Handlungsempfehlung wird nach Projektabschluss allen Projektteilnehmern in Form einer Broschüre ausgehändigt. Darüber hinaus werden Ergebnisse aus dem Projekt in Form von Veröffentlichungen sowie Kongressbeiträgen verbreitet und die Handlungsempfehlung zum Download auf dieser Website und auf der Internetseite der Fachhochschule angeboten.